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Wo der Fuchs
den Gänsen predigt und die Hasen
den Jäger wegschleppen DORTMUNDER
KIRCHEN - Ein Gang durch Gotteshäuser, Gemeinden und ihre Geschichte - HEUTE: Katholische Kirche ST. URBANUS Dortmund-Huckarde Kolping-Bezirkspräses
und Gemeindepfarrer Michael Ortwald erwartete uns, und wir freuten uns auf
die Erläuterungen, die wir zu der Geschichte und den Kunstwerken dieses
alten Gotteshauses hören würden Der
Dortmunder Stadtteil Huckarde ist urkundlich erstmals im Jahre 860 erwähnt,
in der Brau-Heberolle des Stiftes Essen. Im 7. Jahrhundert hatte sich hier
bereits eine feste Siedlung etabliert. Der Ort war also wesentlich früher
bekannt, die Kirche wurde in einer Schenkungsurkunde von 1272 erwähnt.
Damals war sie noch der Jungfrau Maria geweiht, viel später wurde der Hl.
Urbanus als Patron gewählt. Wir können also davon ausgehen, daß die
Kirche aus der Mitte des 13. Jahrhunderts stammt. Bemerkenswert ist, daß
bis zum 19. Jahrhundert fast alle Huckarder katholisch waren, und das in
einer Umgebung, die nach der Reformation zu fast 100 Prozent evangelisch
geworden war. Die
alte Kirche ist im romanischen Stil mit Einflüssen der damals beginnenden
Gotik erbaut. Durch
die rasch wachsende Bevölkerung wurde eine Erweiterung der Kirche
notwendig. Dieser Bau wurde im neormanischen Stil errichtet, und es
entstand eine gelungene Verbindung aus romanischem Alten und
neoromanischen Neuen. Es gibt zwei Türme, ein quadratischer Turm im Osten
als Gegenstück zum mittelalterlichen Westturm. Die (womöglich) älteste
Glocke Westfalens, um 1200 gegossen, stellt das Außergewöhnliche in
diesem Turm dar. Pfarrer
Ortwald zeigte uns die wertvollen und wunderschöne Plastiken in der
Kirche. Zum Teil sind es Kopien, die Originale befinden sich im Diözesanmuseum
Paderborn. Es gibt z.B. zwei Mariendarstellungen, einmal Maria mit Kind
und eine Pieta, symbolisch für Beginn und Ende des irdischen Lebens? Die
(Original)-Figur des sitzenden Urbanus stammt aus dem 14. Jahrhundert. Bei
der berühmten Huckarder Pfingstprozession wird die Heiligenfigur durch
die Huckarder Straßen getragen. Die Hl. Anna Selbdritt stammt aus dem 15.
Jahrhundert. Es ist eine Figurengruppe, die Anna, Maria und das Jesuskind
zeigt. Ein einzigartiges Ausstattungsstück in der Huckarder Kirche ist
die sog. Fuchskanzel, ca. 1480 aus Eichenholz geschnitzt. Die Kanzel
besteht aus Tafeln, die miteinander durch stilisiertes Rankenwerk
verbunden sind. Das bekannteste Motiv ist "Der Fuchs predigt den Gänsen".
Sehr schön auch die Tafel "Die Hasen tragen den Jäger".
Neueren Datums sind die zwei von der Dortmunder Künstlerin Liesel
Bellmann geschaffenen Altäre sowie die große Orgel, die über 37
Register verfügt. Danke
an Pfarrer Ortwald, der uns die Schönheiten dieses Gotteshauses so
anschaulich und umfassend beschrieben hat. Wir haben die Besichtigung
genossen. Ursula
Roter. |