Ein Waldspaziergang
                        im Aplerbecker Wald unter sachkundiger Führung durch Herrn Beckmann, Forstbeamter.

Wir erfuhren, daß das Stadtgebiet Dortmund über 2.300 ha Stadtwald verfügt und 700 ha im Privatbesitz = 3.000 ha Wald.
Das
sind 10 % der Stadtfläche.

Das Revier von Herrn Beckmann umfasst 1.100 ha.
Überwiegend besteht dieser Wald aus Laubwald.
Die heimische Buche
dominiert unter den Baumarten. Eiche, Ahorn, Esche und Nadelhölzer betragen ca. 10 % des Baumbestandes, sie werden aber nicht mehr neu angepflanzt.

Im
Jahre 1970 wurde der Aplerbecker Wald aus Privatbesitz von der Stadt Dortmund für 4 Mill. DM erworben. Er sollte ein Erholungsgebiet für die Bürger werden. Der Waldbestand ist hier ca. 180 Jahre alt.

Im Jahre 1820 etwa ist dieser Wald entstanden. Erstaunlich, daß zu der Zeit auf 100 ha Buchen angepflanzt wurden. Ab 1800 wurde planmäßig Forstwirtschaft betrieben. Vorher (Mittelalter) diente der Wald ausschließlich Nutzzwecken. Er wurde gerodet, für die Landwirtschaft genutzt (Bucheckern und Eicheln als Tierfutter verwendet) und als Bau- und Brennholz benutzt. Es wurde nicht nachgepflanzt.

Der Grundsatz der heutigen Forstwirtschaft lautet: Es darf nicht mehr entnommen (geschlagen) werden als zuwächst. Herr Beckmann zeigte uns eine kleine Buche, die in diesem Jahr entstanden ist aus einer Buchecker. Dies nennt man natürliche Waldverjüngung. Die natürliche Verjüngung erspart das Nachpflanzen, und diese Pflanzen sind robuster und widerstandsfähiger als Pflanzen aus einer Baumschule. Die Kalkung der Wälder gegen die Übersäuerung des Bodens vor einigen Jahren hat sich als Erfolg herausgestellt. Außerdem wurde der Waldboden gegrubbert.

Wir sahen einige geschlagene Buchenstämme und wurden auf die unterschiedliche Qualität des Holzes hingewiesen. Es werden Preise erzielt von 50 - 150 € pro Festmeter,
durchschnittlich 84 €/Festmeter.
Interessant war der Hinweis von Herrn Beckmann, daß das Holz im Aplerbecker Wald frei von "Splitterschäden" (Kriegsschäden) ist. Wenn sich ein Splitterverdacht ergibt, mindert das die Qualität des Holzes ganz erheblich. Mit Erstaunen begutachteten wir die sog. "Chinesenbärte", das sind Stellen an den Baumstämmen, an denen früher Äste waren. Wir sahen ganz deutlich die Spuren in Form eines Chinesenbartes. In die gerodeten Stämme werden S-Haken eingeschlagen, um ein Reißen des Holzes zu verhindern.

 

Noch viele interessante Einzelheiten erzählte uns Herr Beckmann über die Pflege des Waldes, und bei unserem nächsten Waldspaziergang sehen wir unseren Wald gewiß mit anderen Augen an.

 

Ursula Roter.

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